Freitag, 1. Juni 2012

RaR – Tag 1 … und ich fühl mich in die 90er zurück versetzt

Nein, ich bin nicht am Ring … das letzte Mal vor Ort ist lange her, und war (vermutlich) 2003. Und schon davor hatte ich mir eigentlich geschworen, dieses zu absolutem Kommerz verkommenen Festival – bzw. seinem Veranstalter – kein Geld mehr in den Rachen zu werfen.
Immerhin waren die Jahre vorher schon arg grenzwertig, was die Kosten und die dafür gebotene Infrastruktur und Organisation so bot …
Aber Schwamm drüber.
Ich sitze also vor der Glotze und freue mich darüber, dass meine GEZ-Gebühren mal sinnvoll investiert sind: Eins Plus überträgt Rock am Ring! Allein die Vorstellung, sich das im Fernsehen rein zu ziehen ist schon strange, aber immer noch besser als das sonst gebotene Programm.



Guano Apes
mittenrein ins Konzert gezappt. Ist das lange her! … und jetzt stehen sie wieder auf der Bühne. Da muss man sich schon mal die Augen reiben … und ich stelle nach ein paar Minuten fest, dass ich ein feistes Grinsen in der Fresse hab ;-)
Rocken nach wie vor wie Sau! Wobei man – ebenfalls wie gewohnt – von Sandra keine absolut gefühlvoll vorgetragenen Lyriks erwarten darf – nein, sie shoutet wie eh und je, das ist auch gut so. Das Publikum hat sichtlich fun, und genau darauf kommt's bei einem Festival wohl auch an.
Mich hat gerade allerdings die Erkenntnis ereilt, dass ich mir die Apes nicht mehr live antun muss. Der Musikgeschmack hat sich wohl doch ein wenig verändert. Gesehen hab ich sie ja schon und das soll auch langen.

Kasabian
ich bin gespannt, weil ich damit Neuland betrete – und komme schnell zu dem Ergebnis, dass ich das nicht zwingend brauche.

Soundgarden
nach den Apes fühle ich mich jetzt wirklich in die 1990er Jahre zurück versetzt. Ich stelle mir während der Übertragung die ernsthafte Frage, was das ganze Jungvolk, das zu ihren Hochzeiten noch nicht mal geboren war, wohl davon halten mag … hmm.
Ich darf nach Jahren noch mal feststellen, warum es Soundgarden nie merklich in meinen Plattenschrank geschafft hat: irgendwie nix für meine Ohren.
Gut, der Sound ansich weckt schon Erinnerungen, und 'Black Hole Sun' hat man nun wirklich nicht aus dem Weg gehen können – seinerzeit –, was ja auch völlig ok ist. Aber so in Gänze … nein Danke.

Evanescence
… und die Zeitreise geht weiter …
live gesehen habe ich sie bei Rock am Ring vor vielen Jahren, und da schon feststellen müssen, dass Madame stimmlich live untergeht: das ist mehr Geschrei und wirklich viele Töne trifft bzw. steht sie auch nicht. Und daran hat sich nichts geändert – schade eigentlich.

Gossip
Die Frau ist eine Waffe auf der Bühne! … und das ist jetzt durchweg positiv gemeint. Wenn man jemand als Rampensau betiteln kann, dann wohl Beth Ditto!!!
Und bei all der Action: die Lady bringt stimmlich richtig Qualität auf die Bretter. Ja, live, es geht also doch!

Machine Head
… war mir dann leider zu spät. Hätte die Reise in die musikalische Vergangenheit sehr gut abgerundet. Aber nun gut. In Erinnerung bleibt ein Konzert in der Kölner Live Musik Hall, das zu einem der besten in meiner langen Liste gehört – vielleicht ganz gut so …