Sonntag, 14. Oktober 2012

Gepimpt: Teil II der "Höllen Tour"

Eisbrecher, Höllentour II, Memmingen, Kaminwerk,
12.10.2012
Support: Hämatom

Mal wieder eine Zeit mit vielen Terminen quer durch Deutschland und viel zu wenig Raum zum Abschalten, Seele baumeln lassen – was liegt da also näher, als eine Route zu nutzen, und auf dem Weg in Memmingen halt zu machen? … genau: nichts!
Habe ich doch der Höllentour erster Teil und einen Festival-Auftritt von den Herren Eisbrecher in 2012 bereits mitgenommen, so bin ich gespannt, was wohl bei Teil II der Rundreise geboten sein mag.

Zunächst einmal ist es nass … viel zu viel Wasser, das der Himmel da auf dem Weg ins Allgäu übers Land ergießt. Vor diesem Hintergrund gesehen, bin ich zum Glück gerade pünktlich vor der Halle, also nichts mit stundenlangem Anstehen, völlig durchnässt in die Menschenmenge Abtauchen und drinnen lange auf Aktion warten müssen:
Alex Wesselsky betritt die Bühne, begrüßt Memmingen, lässt sich nicht lumpen, den Anwesenden mitzuteilen, dass es zwar bereits das Abschlusskonzert der aktuellen Tour ist, aber es allein Memmingen geschafft hat, ausverkauft zu sein, und kündigt den fränkischen Support Hämatom an (http://youtu.be/be1sXM2HdDo), womit die Show beginnen kann.

Die angekündigten Mannen betreten mit Masken und/oder dickem Makeup die Bühne, und schaffen es durchaus das Publikum zu erwärmen, in großen Teilen sogar zum Mitsingen – oder besser "Mitblöken" – manch provozierender Textaussage zu bewegen, so dass der Weg für den Eisbrecher geebnet ist.

Die Bühne betritt Frontmann Alex stilecht mit einer Rose zwischen den Beißern, um dann mit seinen Mannen und einer Mischung aus Klassikern und neuen Songs den Konzertabend zu befeuern. Dabei kommen neben den bekannten Requisiten wie den "Trommel-Tonnen" zu "Amok", Gerte und Schiffchen, Akkustik-Gitarre (diesmal unter anderem für ein Geburtstagsständchen für und mit dem Tourmanager missbraucht) und Whiskey-Flasche auch Feuer(?)-Schutzanzüge für die gesamte Truppe bei "Metall" zum Einsatz.
Den Abschluss des eigentlichen Sets bilden dann CO2-Fontänen, die Senkrecht und im Stokkato zu This-is-Deutsch aus dem Bühnenboden emporschießen. Ein durchaus beeindruckendes Schauspiel, das zusätzlich für Luftbewegung und damit Abkühlung im Zuschauerraum, aber auch für etliche Staubwolken auf der Kleidung sorgt ...
Natürlich wird noch ein ordentlicher Nachschlag geliefert, bevor sich die Herren endgültig mit "Vergissmeinnicht" (wie passend ;-) ) endgültig verabschieden.

Der zweite Teil der Tour, gepimpt also mit einem neu interpretierten Intro, einigen Songs, die bisher live noch nie oder selten zu hören waren, so auch den neuen (alten) Krachern der Miststück Edition des aktuellen Albums "Miststück 2012", "Metall", "Wenn Zeit die Wunden heilt" und nicht zuletzt den beeinduckenden Nebelfontänen, die das altbekannte und -beliebte "This is Deutsch" untermalen – wobei die Beschreibung "untermalen" viel zu sanft ausfällt, da es sich eher um ein "Abschießen der Worte im Takt" handelt, und dem Song damit eine zusätzliche positive Gewalt verliehen wird (schlechte Ton-Quali, aber vermittelt einen Eindruck: http://youtu.be/K-iyPGWtiEQ) – und einen würdigen Abschluss des regulären Sets bilden.
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weitere Reviews zum Konzert:
http://www.demotape-magazine.com/de/article/eisbrecher_1