Donnerstag, 10. Mai 2012

Kontrust – als Support der Apokalyptischen Reiter – 2012, Backstage, München

10. Mai 2012, Backstage, Werk, München
Kontrust als Support der Apokalyptischen Reiter – The Greatest of the Best, European Tour 2012

Geil, geil, geil … ich habe die Chance, Kontrust live zu sehen! … lang genug hat's gedauert und leider nur im Rahmen ihres Supports für die Reiter, aber egal – ich brauch Abwechslung und Auszeit (mal wieder), und da ist dieses Konzert eine absolut geniale Möglichkeit.
Hat mich doch der Song Bomba schon vor einiger Zeit aus den Socken geschossen … ohne dass ich auch nur einen blassen Dunst hatte, von wem er stammt …
Und jetzt … mit neuem Album (Fundstück: Kontrust legen nach – SECOND HAND WONDERLAND) im Gepäck … yeah!

Ab ins Backstage, wo es erstaunlich leer ist an diesem sonnigen Donnerstag Abend. Auch im Werk ist noch nicht allzu viel los. Die Tatsache, dass ein Nebeneingang für den Einlass genutzt wird und der hintere Bereich des Werkes mit einer Tribüne verstellt ist, lässt vermuten, dass die Show nicht ganz ausverkauft ist.

Bunt gemischt kann man das Publikum nun wirklich nicht nennen: Frauen sind eindeutig unterrepräsentiert, dafür bietet München hier scheinbar alles in Sachen langhaariger Kerle, was noch existiert – Kutten und Tattoos wo man hin sieht und im Laufe des ersten Rundblicks darf ich feststellen, dass die derzeitige Bartmode sehr viele unterschiedliche Frisuren für die untere Kopfhälfte bereit hält.


Malrun betritt die Bühne, vor einigen wenigen Zuschauern direkt vor dieser …  der Rest des bisher anwesenden Publikums hat sich außen im Werk drapiert und lässt sich nur schwer vom sehr bemühten Säger – dazu bewegen, näher an die Bühne zu treten. Die Ansprache des Publikums erfolgt zunächst auf englisch, später sogar in ganz passablem Deutsch, was er der Sesamstraße zu verdanken habe ;-)
Insgesamt liefern die Dänen eine passable Show und geben ihr Bestes, das Publikum anzuheizen. Der Sound ist ein wenig "matschig" und die musikalische Bandbreite der Herren nicht allzu facettenreich. Ein, zwei Songs, ja; aber insgesamt klingt alles doch ein wenig zu ähnlich und austauschbar.

Nach und nach füllt sich das Werk weiter und nach einer kurzen Umbauphase und leichten Irritationen an Licht- und Tonpult (bzw. den Jungs dahinter) ertönt das Intro von Kontrust …
Der Sound "bumst" von Beginn an ordentlich – immerhin stehen die sechs Österreicher mit Schlagzeug und Percussions auf den Brettern.
Quelle: http://www.nachtagenten.de,
Fotograf: http://www.nachtagenten.de/user/redenergy1979.301423.html
Im Gegensatz zu den Instrumenten hat die Tontechnik zu Beginn die beiden Stimmen nicht ganz im Griff: beide Sänger sind eindeutig zu leise und gehen unter. Im weiteren Verlauf bessert sich die Einstellung stetig, aber so ganz will die Abmischung über die gesamte Show nicht gelingen. Sehr schade, da Kontrust neben der Rhytmik definitiv von den Stimmen, vom Gesang der beiden lebt.

Das ist eine richtig Energie geladene Performance, die die Sechs dort auf die Bretter legen: trotz wenig Platz auf der Bühne steht dort niemand still, das Publikum wird einbezogen und regelmäßig angesprochen.
Zunächst hatte ich ja das Gefühl, dass die (vorrangig) Herren vor der Bühne leicht irritiert sind – von Optik, Auftreten und akustisch Gebotenen –, doch das legt sich.
Kein Wunder, macht das Konzert doch einfach Spaß. Nach langer Zeit mal wieder eine Band die "da oben" richtig Action macht und ihre Musik lebt: Crossover – wie manch einer sehr abgedroschen sagen würde –, erfrischende Einflüsse unterschiedlichster Art mit ordentlich Power, Groove und zweistimmigen Gesang – kraftvoll, teils ungewöhnlich, aber immer mitreißend …
Das sind allesamt Rampensäue im absolut positivsten Sinne, allen voran Agata und Stefan, die sich auch körperlich verausgaben und alles, was an Platz auf der Bühne zu Verfügung steht, nutzen. Diese Band hat Spaß an ihrem Auftritt und macht vor allem Spaß!!!

Geil, einfach gut.
Schade, dass das Set so kurz war – hier muss definitiv eine volle Show her!

Nachdem das Equipment der Supportbands von der Bühne geschafft ist, legen dann auch die Reiter los. Musikalisch … ja, ok … aber nicht so, dass ich mir zwingend eine Show angesehen hätte – hätten Kontrust nicht im Vorprogramm gespielt. Aber wo ich schon mal da bin, will ich mir natürlich einen Eindruck verschaffen …
Strange ;-) aber ich hatte kaum Anderes erwartete: das Bild, das das Publikum bereits abgab, ergänzt sich hier. Die Show scheint anzukommen und Spaß zu machen – mich ziehts allerdings eher raus in den Biergarten (dafür ist der laue Abend einfach zu schön).

Wer Kontrust noch nicht kennt: unbedingt ändern (Homepage, ein paar – richtig schicke – Videos auf YouTube) und wenn sich die Möglichkeit ergibt live ansehen!!!

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Review im Metal Hammer von Tobias Gerber (ein paar Bilder aller drei Bands und die Setlist der Reiter)
Bilder von Metalspotter 
Review von Likiwing auf Schwarzesbayern.de